Der Aufenthalt

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Diese Geschichte wurde von Adlerswald am 17.02.2010 geschrieben und am 20.02.2010 veröffentlicht.

Der Aufenthalt

Ich lag in einem klinisch nüchternen Raum nackt auf einer Liege. Meine Arme waren in Armschalen geschnürt und ausgebreitet als ob ich gekreuzigt sei. Die Beine waren gespreizt und durch schuhartige Hüllen an den Füßen fixiert. Mein Körper war an Hals und Hüfte auf die Liege gebunden, so dass ich nur wenig Bewegungsspielraum hatte. Um mich war Stille, die ich als bedrohlich empfand und eine Infrarotlampe über mir erhitzte meinen Körper, dass der Schweiß in Bächen herunter lief. Nur langsam fand ich wieder zu klaren Gedanken, die infolge reichlichen Alkoholgenusses bis dahin vernebelt waren. Was war geschehen ?

Ich befand mich im Intercity und wollte nach einer geschäftlichen Besprechung zu meiner Frau, mit der ich seit 15 Jahren verheiratet war und die mir zwei süße Töchter geschenkt hatte, nach Hause fahren. Das Wetter war übel. Draußen tobte sich ein Winterorkan aus, der in Böen Unmengen Schnee vom Himmel schüttete und den Zug immer langsamer werden ließ. Ich schaute auf die Uhr und stellte entsetzt fest, dass die Verspätung des ICE zur Folge haben würde, dass ich meinen Anschlusszug nicht mehr erreichen würde. Auf meine Frage beim Servicepersonal wurde diese Feststellung zur Gewissheit und ich rief meine Frau an, um ihr mitzuteilen, ich käme erst am Morgen nach Hause, weil ich meine Reise unfreiwillig mit einer Übernachtung unterbrechen musste. Ziemlich frustriert suchte ich den Speisewagen auf, um mir ein Abendessen zu gönnen. Der Speisewagen war überfüllt und ich fand nur noch einen Platz an einem Tisch, an dem zwei junge Frauen saßen, die sich kichernd unterhielten und die anwesenden Gäste mit etwas frivolen Kommentaren bedachten. Nach kurzer Zeit entspann sich zwischen uns eine angeregte Unterhaltung, in deren Verlauf ich erfuhr, dass die Frauen das Glück hatten, am Bahnhof, wo ich eigentlich umsteigen musste, ihren Endpunkt erreicht hatten und nur noch ca. 30 Minuten bis zu ihrer Wohnung hatten, die sie gemeinsam bewohnten.

Meine G...