Jagd

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Diese Geschichte wurde von venus75 am 28.11.2009 geschrieben und am 01.12.2009 veröffentlicht.

Jagd Teil 1:
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Wieder mal Vollmond und wieder eine schlaflose Nacht für mich. Wenigstens hab ich tags darauf frei, so ist es nicht ganz so
schlimm. Aber was soll man die ganze Nacht machen? Ich bin zu unkonzentriert um zu lesen oder zu schreiben.
Mein Blick fällt aus dem Fenster. Es ist eine
wolkenlose Nacht, traumhaft. Der Mond scheint
klar vom Himmel, der Wind geht leicht durch
die Bäume. Wie gern habe ich in solchen
Nächten drausen gelegen und in die Sterne
geschaut. Leider geht das jetzt nicht mehr,
da ich keine Terrasse mehr habe.

Ich stehe von der Couch auf und drücke meine
Zigarette aus. Nackt wie ich bin laufe ich
ins Schlafzimmer und ziehe mich automatisch
an. Es treibt mich einfach aus der Wohnung.
Jeans und ein leichtes Top reichen. Ich ziehe
den Mantel aus Lot und Kaschmir noch über,
meine stolze Errungenschaft auf dem letzten
Mittelaltermarkt. Der Mantel gibt mir ein
gutes Gefühl und gehört schon längst zu
meinen liebsten Kleidungsstücken.

Im Wohnzimmer schlüpfe ich in meine Schuhe
und nehme meine Tasche und Autoschlüssel.
Also ich aus dem Haus den ersten Schritt tue,
atme ich befreiend auf. Herrlich so eine
Nacht! Ich freue mich wie ein kleines Kind an
seinem Geburtstag auf meinen Spaziergang.

Im nächsten Moment sitz ich im Auto und fahre
an den Rhein raus. Beinahe bleibe ich mit
meinem Mantel hängen als ich aussteige, so
eilig habe ich es auf einmal. Warum? Keine
Ahnung, nur so ein Gefühl der Freude, auf die
gewohnte Umgebung, den Duft, den Wind der
über mein Gesicht streichelt, die Tiere und
nächtlichen Geräusche des Waldes. Der Friede
und der Tot der sich dahinter verbirgt,
einfach auf die Nacht.

Mein Blick ruht kurz auf dem Rhein. Sein
Wasser ist wieder gestiegen. Das heißt das
auch das Sumpfland mehr Wasser hat und ich
aufpassen muss wohin ich gehe wenn ich die
Wege verlasse. Das war jedoch nie ein Problem
für mich.

Lächelnd drehe ich mich nach rechts und laufe
auf den Weg am Rheinufer zu. Der Wind öffnet
meinen Mantel und ich schließe ihn mit den
Händen wieder. Langsam...