Diese Geschichte wurde von auchich am 07.01.2010 geschrieben und am 09.01.2010 veröffentlicht.
Nachbarschaftshilfe 1
„Langsam sollte uns etwas einfallen, unseren Nachbarn näher zu kommen. Wir wohnen seit zwei Monaten nebeneinander.“
„Bist du scharf auf die kleine Doktorfrau? Wir können sie ja demnächst zu uns bitten und probieren, was sie von Partnertausch hält. Oh, Moment, er kommt, also zuerst zwei Männer für mich. Arbeitet niemand an diesem schönen Tag?“
Ziemlich unsicher kam Dr. Landner zu seinen Nachbarn Katja und Rico Willmer, die nur in knappen Badesachen auf ihrer Terrasse saßen. Es gab einen wesentlichen Unterschied zum Nachbarhaus. Während Willmers die Außenflächen in rekordverdächtigem Tempo gestaltet hatten, sah es bei den Nachbarn noch so aus wie beim Einzug. Gartenarbeit war wohl nicht so ihr Ding. Deren Kinder waren dafür öfter bei Willmers aufgekreuzt, als dort ein halbes Basketballfeld, eine Schaukel und ein kleines Fußballtor entstanden. Sie hatten zudem die Nachbarn eingeladen zur Einweihung des Grills, den Rico gemauert hatte. Man verstand sich, die Männer und Frauen musterten sich ziemlich ungeniert, wenn sie sich unbeobachtet fühlten, die Brüderschaftsküsse waren durchaus intensiv. Dennoch waren sie bisher nicht darüber hinausgegangen.
„Ihr seht mich in einer großen Verlegenheit. Meine Frau hatte heute Morgen einen Unfall im Garten, sie ist umgeknickt mit dem Fuß und hat sich den rechten Arm gebrochen dabei, wir sind gerade aus der Klinik zurück. Sie kann in den nächsten Tagen nicht weg aus dem Haus und braucht Ruhe. In eurem Garten wäre das nicht passiert, so schön, wie ihr ihn gestaltet habt, aber in unserem Erdgebirge... Wir kämen wohl zu Rande, wenn da nicht eine andere Sache wäre. Ich muss morgen zum Jahreskongress der Sportmediziner, Anreise bis zum Abend, wissenschaftlicher Teil des Kongresses von Freitag bis Samstag, am Abend großer Ball. Ich kann nicht absagen, da ich am Freitag ein Hauptreferat halte und am Samstag für die Diskussion zur Verfügung stehen muss. Ich habe eine Mikrooperationsmethode entwickelt, welche die Verweildauer der Patienten in der Klinik mehr als halbiert und die nachfolgende Reha um mehr als ein Drittel verkürzt. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was das vor allem im Leistungssport bedeutet. Na ja, auch ein blindes Huhn trinkt mal einen Korn“, wiegelte er die Bedeutung seiner Forschung ...
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