Diese Geschichte wurde von franzf001 am 20.07.2009 geschrieben und am 10.08.2009 veröffentlicht.
„Tja Gustav, mein treuer Gefährte, sieht so aus als hätten wir uns verirrt.“
Gustav gibt nur ein undeutbares Schnauben von sich, und der junge Mann schüttelt über sich selbst belustigt den Kopf.
„Du hast ja Recht, ich habe mich verlaufen, und du bist nur meinen Anordnungen gefolgt. Es wäre töricht von mir, dir die Schuld zu geben, weil ich dich in die falsche Richtung gelenkt habe.“
Wieder schnaubt Gustav, lässt diese Mal jedoch ein abfälliges Wiehern folgen, und der junge Mann auf seinem Rücken biegt sich vor Lachen.
„Na schön, dann folgen wir einfach dem nächsten Bach, und hoffen das er uns in ein Dorf führt, wo man uns weiterhelfen kann.“
Er zieht an den Zügeln, und Gustav trabt folgsam los.
Schon recht bald gelangen sie an ein kleines Rinnsal, und seinen Worten entsprechend, zieht der junge Mann die Zügel in die Richtung, in der das Wasser abfließt.
Während er im Sattel sitzt, schellt er sich einen Narren. Wie konnte er nur glauben, er könnte seinem Bruder mit zwei Stunden Abstand folgen, wo dieser doch stets so bedacht darauf ist, das niemand ihm folgt?
Eben diese Geheimnistuerei hat den jungen Mann neugierig gemacht, doch da sich sein Bruder in dieser Gegend bestens auszukennen scheint, er selbst aber noch nie hier war, hat er bald die Orientierung verloren. Nun muss er sich wohl damit abfinden, vorerst nicht zu wissen, was seinen Bruder dauernd in diese Region führt. Aber irgendwann wird er es schon erfahren.
„Hach Gustav, ich finde es gar nicht so schlimm, das wir seine Spur verloren haben. So ist es viel schöner, einfach nur durch den Wald zu reiten, den Vögeln zu lauschen, und sich an all dem Grün zu erfreuen.“
Gustavs Kommentar zur Freude an der Flora besteht darin, den Hals nach einem Strauch grüner Blätter auszustrecken und sie mit seiner Zunge ins Maul zu ziehen.
Abermals lacht der junge Mann auf, und nachdem er Gustav mit einem leichten Ruck an den Zügeln zum Stehen gebracht hat, schwingt er sich lässig aus dem Sattel.
„Wiedereinmal hast du vollkommen Recht, ich sollte nicht so viel philosophieren, sondern lieber auf deinen Magen achten. Wir haben ja Zeit, also friss in Ruhe, ich sattle dich ab.“
Nachdem Gustav von Sattel und Zaumzeug befreit ist, genießt es der Jüngling wieder festen Boden unter den Stiefeln zu haben, und die fr...
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