Diese Geschichte wurde von Adlerswald am 30.08.2010 geschrieben und am 26.09.2010 veröffentlicht.
Hermann und Hermine waren zweieiige Zwillinge. Insofern war ihnen ihr Zwillingsdasein nicht anzusehen. Beide waren zwar hoch aufgeschossen, waren aber von der äußeren Erscheinung her völlig unterschiedlich. Während Hermann dunkle krause Haare mit großen brauen Augen hatte, begeisterte Hermine die Männerwelt mit schulterlangen blonden Haaren und stahlblauen Augen, die sich mit ihrer frechen Stupsnase wundervoll ergänzten. Wer die beiden näher kannte, machte jedoch sehr schnell die Feststellung, dass sie hinsichtlich ihres Temperaments, das sie von der Mutter geerbt hatten, und hinsichtlich ihrer Hobbys und Interessen auf der gleichen Wellenlänge waren. Das Verhältnis zwischen den beiden wies im Laufe der Jahre ein ständiges auf und ab auf. In der Kinderzeit waren sie unzertrennlich und erklärten, wer sie zum Freund bzw. Freundin haben wollte, musste sie im Doppelpack nehmen. Dies änderte sich in der Pubertät, weil sie in ihren Träumen und Sehnsüchten auf das andere Geschlecht fixiert waren und sich in ihrem Erwachsenwerden nicht ausstehen könnten.
Hermine machte in dieser Zeit ihre ersten Erfahrungen mit jungen Männern, die zur Folge hatten, dass sie ständig in einem Zustand von Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt war. Dabei bescherte ihr ihr Temperament manchen Irrweg, bei dem sie auch ihre Jungfräulichkeit opferte. Dieser Moment war ein gravierender Einschnitt in ihr Leben. Sie hatte die verzehrende Lust kennen gelernt und ließ daher keinen Mann aus, bei dem die Chance bestand, in wildem Liebesclinch im Rausch der Lust zu versinken. Hermine galt daher in ihrer Clique als williges Mäuschen, das ein Mann vernaschen konnte, wenn es ihm gelang, ihr Interesse zu wecken.
Hermann ging bei der Entdeckung seiner Sexualität einen ganz anderen Weg. Er geriet an einen Mann, der ihn verführte und in die Liebe zwischen Männern einführte. Erst als sich dieser Mann von ihm abwandte, weil ihm die Abwechslung des Neuen fehlte, entdeckte Hermann die aufregende Neuigkeit des Weiblichen, wobei er nicht ohne Stolz feststellte, dass Frauen auf ihn flogen. Besonders erstaunte ihn, dass es Frauen im gesetzten Alter waren, die ihm offene Avancen machten. Dies nutzte Hermann gnadenlos, indem er seinen Trieb, der ihn mächtig quälte, besonders mit verheirateten Frauen aus...
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