Diese Geschichte wurde von auchich am 04.12.2011 geschrieben und am 07.12.2011 veröffentlicht.
An diesem Vormittag war ausnahmsweise ein ruhiger Tag in der Notaufnahme. Dr. Diettrich nutzte die freie Zeit, durch alle Abteilungen zu tigern, selbst im Labor schaute er vorbei, doch nirgends fand er seine Karin. In seiner Hilflosigkeit wandte er sich schließlich an die Oberschwester. Die schaute ihn nur verwundert an.
„Hat Karin Ihnen nicht gesagt, dass sie heute dem Spätdienst zugeteilt ist? Ich gebe zu, dass ich anfangs ganz froh war, sie ein bisschen aus Ihrer Reichweite zu nehmen, aber gestern dachte ich, es könnte ihr nicht schaden, heute ein bisschen länger zu schlafen. Habe ich mich da geirrt, Dr. Diettrich?“, lächelte sie mokant.
Erstaunt sah sie, dass der Klinikcasanova wie ein Häufchen Elend vor ihr stand. Fürsorglich schenkte sie ihm einen Kaffee ein und nötigte ihn zum Sitzen. Jörg war froh, dass sie sich seiner Sorgen annahm, aber dabei mit großen Augen ungläubig den Kopf schüttelte, als er ihr alles erzählte wie gestern seinen Eltern.
„Es scheint, dass Sie ein Bazillus befallen hat, gegen den die moderne Medizin zum Glück machtlos ist. Genießen Sie dieses Ihnen unbekannte Gefühl und versuchen Sie nicht, mit Macht etwas zu ändern. Ihre Karin ist vermutlich mindestens so durcheinander wie Sie. Bedrängen Sie das Mädchen nicht. Wahrscheinlich wird sie selbst unsicher, wenn sie heute nichts von Ihnen sieht oder hört, also unsichtbar bleiben bis zum Feierabend! Morgen dürfen Sie Ihren Charme wieder versprühen. Ich denke, dass es nichts schadet, wenn Sie ihn zum Feierabend mit Blumen garnieren.“
Wieder wurde sie von dem jungen Doktor geküsst, noch länger als gestern. Oberschwester Brigitte machte keine Anstalten, sich ihm zu entziehen. Erst als Schritte im Flur zu hören waren, lösten sie sich schwer atmend voneinander.
„Sie haben einen Wunsch frei, Brigitte!“
„Gehen Sie nicht so verschwenderisch damit um, mein Wunsch könnte Sie vielleicht erschrecken, wenn Sie wirklich der jungen Frau für ein Leben lang verfallen. Und jetzt wieder ab zum Dienst, einen Tag werden Sie wohl ohne ihren Käfer aushalten.“
Rein zufällig musste er danach in die Verwaltung, um die Adressen der aktuellen Praktikanten zu erfahren.
Am nächsten Tag wirkten Karin wie au...
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