Mamas Liebling

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Diese Geschichte wurde von eierbaron am 25.02.2011 geschrieben und am 06.03.2011 veröffentlicht.

„Komm, stell Dich bitte nicht so an, ich habe Dich als kleinen Jungen schon öfters nackt gesehen, also komm her und lass Dich waschen.“
Ich stand in der Türe zum Badezimmer, nur noch mit einer Unterhose bekleidet. Meine Mutter im Kittel mitten in dem Badezimmer.
Wobei der Begriff Badezimmer etwas weit hergeholt ist. Es gab ein Waschbecken mit kaltem Wasser, eine Toilette mit Wasserspülung und eine große Zinkbadewanne, welche zu den Wochenenden hier aufgestellt wurde. Ansonsten gab es einen großen gemauerten Ofen, in dem man Wasser erwärmen konnte, eine alte Handbetriebene Waschmaschine und eine Wringmaschine.
Und dieses warme Wasser und meine resolute Mutter erwarteten mich jetzt.
Sorry, ich möchte mich gerne vorstellen, Werner 19 Lenze jung, ein Kind des Krieges, geboren 1932. Und nun im Jahre 1951 stand ich hier, mit gebrochenem Arm, verstauchter Schulter und in Unterhosen vor meiner Mutter.
Mein Dilemma verdanke ich einem Unfall mit meinem Moped. Das einzige was hier außer Pferdefuhrwerken in diesem Kaff am Ende der Welt fährt. Dieses Ende der Welt liegt in Oberbayern, einem kleinen Ort zur Grenze nach Österreich.
Ganz in der Nähe ist der Lech und hier gehen wir auch im Sommer immer baden.
Doch dazu vielleicht später mehr. Ich wollte Euch ja von der Waschaktion berichten.
„Werner, in drei Gottes Namen, dann lass halt die Unterhosen an, aber nun komm her, ich hab noch andere Sachen zum tun. Die Kühe müssen gemolken werden und Du kannst ja zur Zeit nicht.
Bleibt wieder alles an mir und deiner Schwester hängen.“
Ja, eine Schwester habe ich auch noch. Christa, zwei Jahr älter als ich, aber da Sie, wie Mutter immer sagt, gut übern Krieg rüber gekommen ist, ein wenig dicklich, und daher in der heutigen Zeit, mit Frauenüberschuss, schlecht zu vermitteln.
So wohne ich halt mit Mutter und Schwester auf unserem Hof. Unser Vater ist seit 1944 vermisst, und keiner glaubt dass er noch lebt.
Ich ging also schweren Schrittes auf meine Mutter zu, den linken Arm in der Schlinge, und stellte einen Fuß in die Wanne. „Scheiße ist das heiß“, kommentierte ich di...