Plus Familie 2

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Diese Geschichte wurde von auchich am 16.01.2010 geschrieben und am 20.01.2010 veröffentlicht.

„Ich komme aus Sibirien, aus Omsk. Der Sommer ist dort so warm wie hier jetzt, manchmal sogar noch heißer, aber sehr kurz. Schon im September mitunter kommt in der Nacht der Frost und spätestens Ende Oktober fällt erster Schnee. Bis April oder sogar in den Mai bleibt er. Frühling, Sommer und Herbst teilen sich bei uns nur ein halbes Jahr, die andere Hälfte ist Kälte, Dunkelheit und viel, viel Schnee. Wir lebten am Stadtrand in einem kleinen Haus mit Garten, mehr als zehn Kilometer vom Zentrum, da, wo es eher wie in einem Dorf aussah als in einer Millionenstadt. Unten waren großes Wohnzimmer, Küche, Waschküche, Toilette, Bad, oben das Schlafzimmer für Eltern und ein großes Zimmer für meine große Schwester Olena und mich und noch Zimmer für alles, was man so noch brauchte, wie Kammer für Wegstellen von Sachen. Papa war LKW-Fahrer, er kam meistens nur an den Wochenenden oder vielleicht einmal in der Mitte der Wochen nach Hause. Die Entfernungen sind in Russland riesengroß, und im Winter man sieht oft genug keine Straße. Mama freute sich sehr, wenn ihr Mann Viktor wieder gesund nach Hause kam. Dann wurde es immer ziemlich laut im Schlafzimmer. Sie war aber nicht nur froh, wenn er mehrere Tage zu Hause war und dann trank. Trank er oft mit anderen Fahrern, die er einlud, war dann bei ihnen zu Gast und trank wieder. Eines Tages, ich war noch sehr jung, hatte er wieder getrunken und wollte Mama am Abend ins Schlafzimmer ziehen. Sie konnte aber in diesen Tagen nicht, wie ich heute es weiß.
‚Na gut, dann eben Olena, die Große ist schon lange fällig, ich habe seit Monaten ihre Brust geprüft’, rief er und kam zu uns ins Zimmer. Mich beachtete er gar nicht, sondern stieg zu meiner Schwester ins Bett. Mutter versuchte verzweifelt, ihn daran zu hindern. Vater war viel zu kräftig für sie. Mit einer Hand er hielt sie in Schach. ‚Schau zu oder verschwinde, unsere Tochter ist alt genug, die verträgt einen Mann und sie braucht endlich einen Mann, dann ist doch der Vater genau der Richtige, ich besorge es ihr ordentlich. Du kannst sie hinterher trösten, vielleicht hast du sogar Spaß mit ihr!’ Olena nicht wehrte sich merkwürdigerweise, es schien ihr sogar zu gefallen, was Vater m...