Diese Geschichte wurde von Philsex am 13.09.2010 geschrieben und am 11.10.2010 veröffentlicht.
Verregnete Nacht
Ein Vater-Sohn-Erlebnis aus Sicht des Vaters.
Es sollte der letzte gemeinsame Familienurlaub werden. Mein Sohn würde im Sommer sein Studium beginnen, und zwar so weit weg, dass er voraussichtlich nur noch selten zu Besuch nach Hause käme. Überhaupt war es erstaunlich, dass er immer noch gerne mit seinen Eltern in den Urlaub fuhr. Schließlich war er zwanzig Jahre alt, und die meisten Jungs in seinem Alter verreisen ja doch lieber mit Kumpels als mit den alten Herrschaften.
Uns freute das natürlich; und mich ganz besonders, denn meine Frau wollte den Urlaub immer dazu nutzen, endlich einmal zu faulenzen, da ihr Beruf sie immer sehr in Anspruch nahm. Mir war aber eher an Unternehmungen gelegen. Mit dem Fahrrad durch die Natur fahren, mir hier und da Dinge anzusehen, eben aktiv sein.
Das heißt nicht, dass ich ein sportlicher Typ bin. Nein, ich bin ein Bürohengst Mitte Vierzig, der sich wirklich nur im Urlaub irgendwie körperlich betätigt. Bei den Touren begleitete mich Florian, mein Sohn, dann immer; während meine Frau im Hotel sich die Zeit vertrieb.
Und sicher würde es dieses Jahr zum letzten Mal so sein. Aber damit müssen Eltern nun einmal klar kommen, dass der Nachwuchs eines Tages flügge wird und das heimische Nest verlässt.
Wir hatten uns für die Normandie entschieden und genossen unseren Urlaub herzlich. Jeden einzelnen Moment, den wir zu dritt verbrachten, kostete ich vollkommen aus.
Und dann kam der Tag, der mich bis heute beschäftigt: Florian und ich sattelten die Fahrräder, um eine Tagestour durch die normannische Landschaft zu machen, hier und da an einer Sehenswürdigkeit anhalten, irgendwo zum Mittagessen einkehren und dann wieder zurück zum Hotel.
Viele Worte brauchten mein Sohn und ich nie, wir verstanden uns stumm. Wir teilten Humor und Gedankengänge in stillem Einvernehmen. Auch wenn das absolut blöd klingt, fand ich in meinem Sohn doch auch einen vertrauten Freund; was meine Frau schon oft zur Weißglut brachte, da sie sich öfter mal vorkam, als würden wir uns heimlich gegen sie verbünden.
Wir fuhren also übers Land, fast ziellos und genossen unsere Zweisamkeit unter Männern. Wir fühlten uns einfach wohl miteinan...
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