Diese Geschichte wurde von Anonymous am 07.08.2006 geschrieben und am 01.01.2006 veröffentlicht.
Gestern Abend rief mich noch einer meiner Freunde an, nachdem ich total übermüdet von der Arbeit nach Hause kam. Ich rettete ihn gerade noch vor dem Anrufbeantworter und vor meinem bescheidenen Ansagetext. Er fragte, ob ich nicht noch Lust hätte etwas zu unternehmen und ich lehnte dankend ab. Dafür animierte er mich jedoch zuzusagen, daß ich am nächsten Tag mit ihm auf diese Messe kommen solle, die momentan in unserer Stadt für Unruhe sorgt. Es handelt sich dabei um eine Austellung, die alle Lebensbereiche wiederspiegelt, jedoch im allgemeinen eher langweilig ist. Um nicht unfreundlich zu erscheinen und weil meine Müdigkeit jede Gegenwehr verhinderte, sagte ich einfach zu und wir verabredeten uns für 12 Uhr mittags. Frisch rausgeputzt und in meine schicken Klamotten geschlüpft (Sacko, Baumwollhose, Hemd und Krawatte) packe ich mich in meinen Wagen und fahre Richtung Messe. Natürlich sind um diese Zeit schon alle Parkplätze in der Nähe blockiert und so bleibt mir nichts Anderes übrig als fünf Minuten zu Laufen. Als ich am vereinbarten Platz ankomme, kann ich Jan weit und breit nicht sehen, wäre ja auch ein Wunder, wenn der mal pünktlich gewesen wäre.
So bleibt mir Zeit, die Leute zu beobachten, die an mir vorbei auf das Gelände strömen. Für einen Samstag scheint es nicht allzu viel Betrieb zu sein. Aber um so besser, ich hasse Gedränge. "Whow, die sieht ja super aus !" mein Blick hat eine unheimlich gut aussehende Rothaarige eingefangen. Endlos lange Beine, knielanger Rock und Jacke. Während ich also noch so vor mich hintaumele und Tagträumen nachhänge, tippt mir jemand auf die Schulter. Es ist Jan. "Hi! Na, wieder nicht die Haustür gefunden ?" - "Red nicht, lass uns reingehen !" - "Hast Du dieses Wunder eben gesehen ?" - "Nein... Hmm schade." Jan scheint wirklich enttäuscht, er kennt meinen guten Geschmack.
Wir legen uns ein Schema zurecht, wie wir die Hallen abklappern und machen uns auf den Weg, vorbei an Ständen voller Waren, Informationsblättern, Ansteckern und anderem Kram. An einem Stand mit indianischem Schmuck fällt mir eine Schönheit auf, mit der ich mich kurz auf eine Diskussion über die Verarbeitung der Stücke einlasse. Sie scheint mich ebenso zu mustern, wie ich sie. Ich lächele sie an und bekomme meine Belohnung in einem Augenzwinkern. Jan ...
Um weiter zu lesen musst Du Dich Kostenlos Registrieren


