Diese Geschichte wurde von Adlerswald am 28.02.2010 geschrieben und am 01.03.2010 veröffentlicht.
Ein Urlaub in Saigon
Mein Jahresurlaub stand wieder vor der Türe. Wie jedes Jahr grübelte ich, wohin mich mein Weg führen sollte. Die bei vielen Leuten beliebten Pauschalreisen, bei denen die Touristen in der Masse abgefertigt werden, hasse ich noch heute wie die Pest. Ich wollte in das Leben eines fremden Kulturkreises eintauchen und die Besonderheiten eines Landes und seiner Leute kennen lernen. Dieses Mal sollte es ein Land sein, das eine alte Geschichte hat und zugleich wenig von Touristen überlaufen war. Nach langen Recherchen im Internet und in Reiseführern entschloss ich mich, nach Vietnam zu fahren. Dabei suchte ich mir die Stadt aus, die selbst und in der Umgebung eine Menge Sehenswürdigkeiten aufzuweisen hatte. Ho-Chi-Min-Stadt, die für mich noch immer Saigon heißt, schien dafür sehr geeignet. Ich buchte daher in einem Hotel, das im Internet ganz vernünftig aussah, ein Zimmer und den Hinflug. Den Abflugort wollte ich offen lassen, weil ich nicht wusste, ob ich nicht Lust darauf hätte, einen Abstecher nach Kambodscha zu machen, um mir die großen Tempelanlagen anzusehen.
Als ich in Saigon aus dem Flughafen heraus kam, begrüßte mich eine dumpf brütende Hitze, die mir sofort den Schweiß auf die Haut trieb. Die Fahrt mit einem alten klapprigen Taxi gab mir erste Eindrücke von der unglaublichen Geschäftigkeit, der den Lebensrhythmus der Stadt bestimmte. Das Hotel lag im Zentrum und entpuppte sich als eine typisch sozialistische Unterbringung, der westlicher Komfort ziemlich fremd war. Die Empfangshalle wies Merkmale einer Bahnhofswartehalle auf, in der die Menschen getrieben von ihren Geschäften hin und her wuselten. Das Zimmer war spartanisch und funktionell eingerichtet und spiegelte den Flair der sechziger Jahre wieder. Es hatte ein kleinen Balkon, von dem man in die engen Gassen hinunter sehen konnte, durch die sich geschäftige Menschenmassen schoben. Ich hatte Durst und suchte daher den Speiseraum, um mir ein Bier zu genehmigen.
Auch die Gasts...
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