Diese Geschichte wurde von svblau am 03.01.2010 geschrieben und am 05.01.2010 veröffentlicht.
16.06.2004:
Der Tag, an dem sich mein Leben in eine andere Richtung drehen sollte. An diesem Tag hielt ich ein Schreiben eines großen Mineralölkonzerns in meinen Händen, welches mir der Postbote soeben per Einschreiben zustellte.
Nach meiner Ausbildung zur Industriekauffrau und einem mehrmonatigen Auslandspraktikum in Madrid bewarb ich mich vor zwei Monaten auf die Stelle einer Teamassistenz in der Firmenzentrale dieses Mineralölkonzerns in Hamburg.
Trotz meiner knapp 22 Jahren hatte ich doch schon einige Erfahrungen gesammelt, die ich in meinem Vorstellungsgespräch im April in die Runde geworfen hatte. Zurückhaltend, aber doch mit einem vernünftigen Maß an Selbstvertrauen, hatte ich damals, so denke ich zumindest, doch irgendwie einen positiven Eindruck hinterlassen. Nun hatte ich also diesen Brief in Händen. Waren die Entscheidungsträger in diesem Konzern von meiner Erscheinung und meinem Auftreten überzeugt oder hielt ich deren Absage in Händen?
Ich öffnete den Umschlag mit zittrigen Händen und musste im nächsten Augenblick einen lauten Freudenschrei unterdrücken. Ich hielt die schriftliche Zusage in Händen, dass ich am 01.07.2004 meinen Dienst in diesem Konzern antreten darf. Welch ein Tag, welch eine Freude, was ich am selben Abend mit einigen Freunden noch recht ausgiebig feierte.
Der Tag danach begann bereits mit Vorbereitungen auf meine neue Aufgabe. Von meinem Einsatzgebiet als Teamassistenz wusste ich nur soviel, als dass ich die Sekretärin eines Mitglieds der Geschäftsführung sein würde. Meine Gedanken schweiften in alle Richtungen. Welche Aufgabenbereiche erwarteten mich, wie werden die Kollegen sein, wie vor allem der Chef und das ganze Umfeld, auch seitens der Kunden usw. Ich brach meine Gedanken ab und konzentrierte mich wieder auf die Gegenwart. Natürlich wollte ich als Sekretärin eines Mitglieds der Geschäftsführung auch äußerlich Eindruck machen. In einer Boutique kaufte ich mir für mehrere 100 € Klamotten, welche zwar meinen Hang zu figurbetonter Kleidung unterstrichen, andererseits aber die erforderliche Seriosität betonten.
01.07.2004:
Der Tag meines Dienstantritts stand an. Mit einer gehörigen Portion Nervosität stand ich...
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